Stadtwerke Lehrte

Mit dem Entschluss zum Neubau eines Gebäudekomplexes für ihre Verwaltung sowie ihre technischen Anlagen haben sich die Stadtwerke Lehrte ein ehrgeiziges Ziel auf die Fahne geschrieben. Zusätzlich zu den komplexen und speziellen  Nutzungsanforderungen und Ansprüchen, die an ein modernes Verwaltungs-  und Technikgebäude ohnehin bestehen, sind folgende weitere Ziele vom Bauherrn als feste Vorgaben definiert worden:

Das neu zu errichtende Gebäude wird als klimaneutrales Objekt realisiert. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, ist ein Plusenergiehauskonzept mit Passivhauskomponenten zu erstellen.

Darüber hinaus gilt es, mit der Neubauplanung einen bedeutsamen Beitrag zur Stadtbildgestaltung und Stadtreparatur der Stadt Lehrte zu leisten, denn als Objektstandort wurde bewusst die seit langer Zeit leer stehende Industriebrache des alten E-Werks an der Germaniastraße gewählt. Bei diesem Standort handelt es sich nicht allein um ein Grundstück mit vorhandener Bebauung gegenüber des historischen und stadtbekannten Wasserturms, vielmehr steht es mit dem noch erhaltenen, aber völlig maroden historischen E-Werk, dessen Erhalt als zu kostspielig gilt, im Zentrum des öffentlichen und politischen Interesses. Die Neubauplanung der Stadtwerke Lehrte erhält die historische Klinkerfassade des Werks und bezieht sie in den Neubaukomplex ein. Der weiße Anstrich, der nicht historisch ist und derzeit das Erscheinungsbild prägt wird entfernt, die Fassade in ihrer historischen Gestaltungsart wieder hergestellt.

   

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Abbildung 1: Aktuelle Ansicht der historischen Klinkerfassade des E-Werks

(Quelle:  HAZ vom 07.05.2013, Foto Brunhöber)  

 

Damit nicht genug, das Gelände weist zudem auf 1200 m² eine Kontaminierung des Baugrundes durch Mineralölkohlenwasserstoffe auf. Die abgeschätzte Menge des zu entfernenden ölkontaminierten Bodens beträgt etwa 2500 m³.

Desweiteren sorgt seine städtebauliche Lage zwischen vielbefahrener Landesstraße und Bahntrasse für sehr erhöhte Lärmemissionen, die im Rahmen der Neubauplanung ebenfalls durch geeignete Schallschutzmaßnahmen in den Griff zu bekommen sind.

Zusätzlich zu diesen umfangreichen Anforderungen formulierte der Bauherr höchste  Ansprüche an Funktionalität, Nutzung, Raumklima  und Behaglichkeit der neuen Arbeitsräume. Diese erstrecken sich u.a. auf ein sommerliches Wärmeschutzkonzept, welches auch an heißen Tagen eine angenehme Innenraumtemperatur unter 23 Grad Celsius gewährleistet, gleichzeitig aber dem definierten architektonischen sowie dem energetischen Anspruch eines klimaneutralen Gebäudes gerecht wird.    

 

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Abbildung 2: Visualisierung Entwurf neuer Gebäudekomplex Stadtwerke Lehrte

(Quelle:  Mosaik Architekten)

 

Im Rahmen des Neubaus umfasst die Aufgabenstellung für Trinity Consulting

  • die energetische Vorprojektierung beider Gebäude und Nachweis des Plusenergiehausstandards für den Verwaltungsneubau und anschließende Erstellung der öffentlich rechtlichen Nachweise
  • Koordination der Planungen von Architekten (bauliche Hülle) und Fachplanern (Anlagentechnik) zur Gewährleistung des Plusenergiehausstandards
  • die Beratung zur Minimierung  der Wärmebrückenwirkung der Anschlussdetails
  • die detaillierte Berechnung der zahlreichen Wärmebrücken 
  • sowie die „Qualitätssicherung baulicher Wärmeschutz“
  • Luftdichtheitsmessung in der Ausführungsphase

 

  • und als weitere Besonderheit die Erstellung der Antragsunterlagen für eine Bewerbung des Projektes um die Förderung als sogenanntes „Leuchtturmprojekt“ in der Region Hannover gemäß den Zielen des Masterplans 2050

 

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Anschlussdetail

Wärmebrückenberechnung

Temperaturfelder und Isothermen



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